Hedwig Dohm

(1831-1919)

FT.01.Dohm.02, Public Domain
Hedwig Dohm, 1870

„Ich bin des Glaubens, dass die eigentliche Geschichte der Menschheit erst beginnt, wenn der letzte Sklave befreit ist, wenn das Privilegium der Männer auf Bildung und Erwerb abgeschafft, wenn die Frauen aufhören, eine unterworfene Menschenklasse zu sein.“

Die deutsche Frauenrechtlerin, Philosophin und Autorin zahlreicher Essays, Romane und Novellen gilt als brillanteste und radikalste Feder der Historischen Frauenbewegung und bedeutendste Vordenkerin des radikalen Flügels. Als zweite deutsche Frau fordert sie – nach Mathilde Franziska Anneke  – bereits 1873 das Frauenwahlrecht. Die sogenannte „Natur der Frau“ entlarvt sie – fast ein Jahrhundert vor Simone de Beauvoir – als soziales Konstrukt. Dem Geschlechterdualismus – hier das Gefühlswesen Frau, dort der rationale Mann – hält sie ihre Idee von Frauen und Männern als „Ganzmenschen“ entgegen und erklärt die Kategorie ‚Geschlecht’ zur „Privatsache“: „Gleichgültig, ob ich Mann, Weib oder Neutrum bin – vor allem bin ich Ich, eine bestimmte Individualität, und ein bestimmter Wert beruht auf dieser Individualität.“

Gemälde von Anna Schleh, Quelle: Ala Verlag Zürich
Die Schwestern Hedwig Dohm und Anna Schleh

Die Sklaverei der Schwarzen, Antisemitismus und Frauenunterdrückung analysiert sie als Ausdruck des selben Prinzips: der Abwertung des „Anderen“. In ihren Schriften attackiert sie mit Humor und Scharfsinn die Unterdrückung der Frauen auf allen Gebieten: Dohm will gleichberechtigte Bildung und Ausbildung für Mädchen sowie die freie Wahl eines Berufs, der Frauen die ökonomische Selbstständigkeit sichert. Sie fordert das Recht auf Abtreibung, kritisiert Eherecht und die Mystifizierung der Mutterschaft, Doppelmoral und Prostitution („diese abstoßende Karikatur von Erotik“), unzureichende sexuelle Aufklärung junger Mädchen sowie den Jugendwahn, der „das Weib entmenscht“. Viele ihrer Texte sind bis heute beklemmend aktuell.

„Gleichgültig, ob ich Mann, Weib oder Neutrum bin – vor allem bin ich Ich, eine bestimmte Individualität, und ein bestimmter Wert beruht auf dieser Individualität.“

Hedwig Dohm wird am 20. September 1831 in Berlin geboren. Sie ist das vierte Kind – und die erste Tochter von Gustav Adolph Schlesinger und Henriette Wilhelmine Jülich. Tochter Hedwig ist – zur damaligen Zeit eine Schande – unehelich, denn Mutter Henriette gilt als nicht standesgemäße Ehefrau für den Tabakfabrikantensohn Gustav. Daher heiratet das Paar erst 1838, nach dem Tod des Schwiegervaters. Es bekommt insgesamt 17 Kinder. Nachdem er zum Protestantismus konvertiert ist, ändert Gustav Adolph Schlesinger 1851 den jüdisch klingenden Namen Schlesinger in Schleh.

Quelle: Ala Verlag, Zürich
Die Kinder, links Gertrude Hedwig Anna

Während die Eltern bei Hedwigs Brüdern Wert auf eine gute Ausbildung legen, darf die hochintelligente älteste Tochter nur die Mädchenschule besuchen und fühlt sich dort komplett unterfordert. Zu Hause verbietet die strenge und gewalttätige Mutter dem Mädchen das Lesen und sperrt die wenigen Bücher der Familie in den „Giftschrank“. Mit 15 muss Hedwig ihre Schulausbildung gezwungenermaßen beenden. Sie ringt ihren Eltern ein Lehrerinnenseminar ab, das sie aber ebenfalls „stumpfsinnig“ findet und nur dazu geeignet, „einen lebendigen Geist in eine mechanische Lernmaschine zu verwandeln.“

Erst als sie im Alter von 22 Jahren den Autor Ernst Dohm heiratet, der als Redakteur beim Satiremagazin Kladderadatsch arbeitet, bekommt sie Zugang zu intellektuellen Kreisen. Hedwig Dohm betreibt in Berlin einen Salon, in dem Theodor Fontane, Fanny Lewald und Franz Liszt verkehren. Im Alter von 40 Jahren – da hat Dohm bereits fünf Kinder großgezogen (eine ihrer Töchter ist Gertrude Hedwig Anna, die spätere Hedwig Pringsheim und Mutter Katia Manns) – beginnt sie, über die Frauenfrage zu schreiben. Kurz zuvor haben sich Hedwig und Ernst Dohm kurzfristig getrennt: Ernst Dohm ist ein „Lebemann“, der seine Frau betrügt, spielt und 1870 vor der Schuldhaft aus Berlin fliehen muss. Hedwig Dohm verbringt ein Jahr allein bei ihrer Schwester, der Malerin Anna Schleh, in Rom. Bald darauf beginnt sie mit ihren Veröffentlichungen.

Plothow, Anna: Die Begründerinnen der deutschen Frauenbewegung - 4. Aufl., Leipzig: Friedrich Rothbarth, 1907, nach S. 138 (FE.08.104).
um 1880

Schon der erste ihrer vier feministischen Essaybände, der 1872 erscheint, macht sie schlagartig berühmt. In diesem ersten Text ‚Was die Pastoren von den Frauen denken’ attackiert Dohm die Kategorisierung der Geschlechter in Wesen des Geistes bzw. des Herzens. Diesen „Ergänzungstheoretikern“, die verhindern wollten, dass die „seelische Anmut der Frau durch angestrengtes Denken verloren geht“, hält die Feministin ihre Vision von Frauen und Männern als „Ganzmenschen“ entgegen: „Die Ergänzung der Geschlechter besteht nicht darin, dass der Eine von seinem Verstand, die Andere von ihrem Herzen abgibt. Nur bei annähernder Übereinstimmung der Herzen und Köpfe gibt es im höheren Sinne eine glückliche Ehe.“ Mit satirischer Bissigkeit entlarvt sie den Biologismus ihrer Gegner: „Der Mann hat längere Beine als die Frau, bemerkt sehr richtig Herr von Bischof. Ein Schlußsüchtiger könnte allenfalls daraus schließen, dass der Mann sich mehr zum Briefträger eigne als die Frau; ihr aber aus diesem Grunde die Fähigkeit zum Erlernen des Griechischen und Lateinischen absprechen zu wollen, ist mehr kühn als logisch gedacht.“

Ein Jahr später erklärt Dohm mit ihrer Schrift ‚Der Jesuitismus im Hausstande’ das Hausfrauendasein für gesellschaftlich überflüssig. 1874 folgt ‚Die wissenschaftliche Emanzipation der Frau’, und schließlich fordert Dohm 1876 in ‚Der Frauen Natur und Recht’  das uneingeschränkte Stimmrecht für Frauen: „Ich frage jeden aufrichtigen Menschen, wären Gesetze wie die über das Vermögensrecht der Frauen, über ihre Rechte an den Kindern, Ehe, Scheidungen usw. denkbar in einem Lande, wo die Frauen das Stimmrecht ausüben? Hätten sie die Macht, sie würden diese Gesetze von Grund auf ändern.“ Und sie fordert ihre Geschlechtsgenossinnen auf: „Mehr Stolz, ihr Frauen! Der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn!“

Quelle: Koßmann, R. [Hrsg.] ; Weiß, Jul. [Hrsg.]: Mann und Weib : ihre Beziehungen zueinander und zum Kulturleben der Gegenwart. Stuttgart: Union Dt.-Verl.-Ges., 1908, Abb. 145, S. 270 (KU.01.144. Bd.1)
um 1910
Dem gemäßigten Flügel der Frauenbewegung, der den Geschlechter-Dualismus und die „natürliche Bestimmung“ der Frau zur Hausfrau und Mutter nicht in Frage stellt, sind Dohms Ideen schlicht zu radikal. „Radikal heißt wurzelhaft“, erklärt Dohm, „und bezeichnet am besten das Wollen und Handeln jener streitbaren Frauen, die die Axt an die Wurzel der Übel legen.“ Erst als der radikale Flügel um 1890 erstarkt und für Frauen „uneingeschränkte Freiheit fordert, Freiheit auch von dem Glauben, dass mit der Mutter oder der Gattin die Lebensaufgabe des Weibes erledigt sei, Freiheit von jeder autoritativen Vorschrift, von jedem Verbot, die der Frau den Daseinszweck bestimmen wollen“, findet Hedwig Dohm mit Minna CauerAnita Augspurg und Lida Gustava Heymann ein Forum, in dem sie sich organisiert.

Sie wird Gründungsmitglied des ‚Frauenverein Reform’, der eine umfassende Bildungsreform und den Zugang von Frauen zu den Universitäten fordert, und tritt auch Helene Stöckers ‚Bund für Mutterschutz und Sexualreform’ bei, der sich u.a. für das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Körper, das Recht auf Abtreibung und gegen die Stigmatisierung lediger Mütter einsetzt. Auch im von Minna Cauer gegründeten ‚Verein Frauenwohl’ für das Recht von Frauen auf Bildung und Berufstätigkeit engagiert sich Dohm. Die neu gegründeten Zeitschriften des radikalen Flügels der Frauenbewegung bieten der scharfsinnigen Schreiberin neue Möglichkeiten: Zwischen 1895 und ihrem Tod 1919 veröffentlicht sie über 80 Artikel.

„Mehr Stolz, ihr Frauen! Der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn!“

Rohner, Isabel: Spuren ins Jetzt : Hedwig Dohm - eine Biografie. Helmer: Sulzbach/Taunus, 2010. [FMT-Signatur: BG.03.DOHM.004]
Isabel Rohner: Hedwig Dohm – eine Biografie, 2010.
Dohm sucht außerdem nach anderen literarischen Formen, um ein größeres Publikum zu erreichen. Sie beginnt, Romane und Novellen zu schreiben, in denen sie anhand individueller Frauenschicksale deren Unterdrückung und Wege der Befreiung aufzeigt. Als um die Jahrhundertwende die Attacken auf die Radikalen schärfer werden, schlägt Dohm mit ihren Schriften zurück. In ihrem Werk ‚Die Antifeministen’ unterteilt sie die Gegner der Frauenbewegung in vier Kategorien („Altgläubige“, „Herrenrechtler“, „praktische Egoisten“ und „Ritter der mater dolorosa“) und entlarvt Nietzsche, Schopenhauer und Maupassant als pathologische Frauenfeinde, die entweder pervertierte („Sie sehen vor lauter Dirnen das Weib nicht.“) oder gar keine Beziehungen zum anderen Geschlecht haben („Aus der Biografie seiner Schwester dürfen wir schließen, dass Nietzsche niemals intime Beziehungen zu Frauen gehabt hat.“)

Hedwig Dohm ist nicht nur Feministin, sondern auch Pazifistin. Im Ersten Weltkrieg ist sie eine der wenigen öffentlichen Stimmen in Deutschland, die mit Texten wie ‚Der Missbrauch des Todes’ dem allgemeinen nationalen Kriegswahn widersteht. „Es gibt keine Vaterlandsliebe, die den Feindeshass heiligt“, schreibt sie 1915. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erlebt die Frauenstimmrechts-Pionierin als 87-Jährige, wie der ‚Rat der Volksbeauftragten’ im November 1918 das Wahlrecht für Frauen verkündet. Hedwig Dohm stirbt am 1. Juli 1919 in Berlin.

„Es gibt keine Vaterlandsliebe, die den Feindeshass heiligt“

Über ein halbes Jahrhundert lang war Hedwig Dohm, die zu ihrer Zeit eine berühmte Frau gewesen ist und über die zu ihren Lebzeiten eine Flut von Texten erschien, völlig vergessen. Die Neue Frauenbewegung entdeckte die Frauenrechtlerin wieder. Heute sind zahlreiche Schriften von ihr wieder aufgelegt und mehrere Biografien über sie erschienen. Zu ihrem 175. Geburtstag im September 2006 begann der trafo-Verlag mit einer kommentierten Edition ihres Gesamtwerks.

Biographie chronologisch

20.9.1831
Hedwig Dohm wird als Marianne Adelaide Hedwig Jülich in Berlin geboren. Sie ist das dritte uneheliche Kind und die älteste Tochter des Tabakfabrikanten Gustav Adolph Schlesinger und Henriette Wilhelmine Jülich.

1838
Henriette Jülich und Gustav Schlesinger heiraten nach dem Tod von Gustav Schlesinger senior.

1846
Hedwig muss ihre Schulausbildung beenden.

1851
Hedwig besucht ein Lehrerinnenseminar. Gustav Schlesinger lässt den Familiennamen in Schleh ändern.

21.3.1853
Hedwig Schleh heiratet den Kladderadatsch-Redakteur Ernst Dohm, vormals Elias Levy, dessen Familie ebenfalls vom Juden- zum Christentum konvertiert ist.

1854-1860
Hedwig Dohm bringt fünf Kinder zur Welt: einen Sohn und vier Töchter.

1867
Hedwig Dohm veröffentlicht unter dem geschlechtsneutralen Namen ,H. Dohm' ihr erstes Werk: ‚Die spanische Nationalliteratur’.

1869
Der überschuldete Dohm’sche Haushalt wird aufgelöst, Ernst Dohm flieht vor der Schuldhaft nach Weimar. Hedwig Dohm verbringt ein Jahr allein bei ihrer Schwester Anna Schleh in Rom.

1872-1879
Dohms erste vier feministische Essaybände erscheinen: ‚Was die Pastoren von den Frauen denken’, ‚Der Jesuitismus im Hausstande’, ‚Die wissenschaftliche Emancipation der Frau’ und ‚Der Frauen Natur und Recht’.

1883
Ernst Dohm stirbt. Hedwig Dohm bezieht eine Wohnung in der Villa ihrer Tochter Else und ihres Schwiegersohns Hermann Rosenberg.

1888
Gemeinsam mit anderen ‚Radikalen’ gründet Hedwig Dohm den 'Deutschen Frauenverein Reform'. Sie wird ebenfalls Mitglied im radikalen 'Verein Frauenwohl'.

1896
Dohms Roman ‚Sibilla Dalmar’ erscheint und löst in der Berliner Gesellschaft einen Skandal aus. Der Roman ist der erste Teil einer Trilogie, die sich mit den Lebenswegen von Frauen verschiedener Generationen befasst.

1902
In ihrem Buch ‚Die Antifeministen’ analysiert die so oft wegen ihrer Überzeugungen attackierte Feministin die Typologien und Taktiken ihrer Gegner.

1903
Dohms Buch ‚Die Mütter’ erscheint. Hier zieht Dohm die Existenz des Mutterinstinkts und der ‚angeborenen Mutterliebe’ in Zweifel.

1910
In ihrem Werk ‚Erziehung zum Stimmrecht der Frau’ beschreibt sie das Stimmrecht als ersten Schritt auf dem Weg zur Emanzipation.

1917
Dohms letzte größere Veröffentlichung erscheint: In ‚Der Missbrauch des Todes’ attackiert sie Nationalismus und Kriegswahnsinn. Auch in ihrem letzten Text ‚Auf dem Sterbebett’, der wenige Tage vor ihrem Tod in der Vossischen Zeitung erscheint, kommt ihre Verzweiflung über die Gräuel des Krieges zum Ausdruck.

1.6.1919
Hedwig Dohm stirbt im Alter von 87 in Berlin. Ein halbes Jahr zuvor haben die deutschen Frauen das Stimmrecht erhalten.

Textauszüge

Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau

Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau

Hedwig Dohm, 1874

Ich hoffe beweisen zu können, daß zwei Grundprincipien bei der Arbeitstheilung zwischen Mann und Frau klar und scharf hervortreten: die geistige Arbeit und die einträgliche für die Männer, die mechanische und die schlecht bezahlte Arbeit für die Frauen; ich glaube beweisen zu können, daß der maßgebende Gesichtspunkt für die Theilung der Arbeit nicht das Recht der Frau, sondern der Vortheil der Männer ist, und daß der Kampf gegen die Berufsarbeit der Frau erst beginnt, wo ihr Tagelohn aufhört nach Groschen zu zählen.

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Der Frauen Natur und Recht : 1. Die Frauen fordern das Stimmrecht als ein ihnen natürlich zukommendes Recht.

Der Frauen Natur und Recht : 1. Die Frauen fordern das Stimmrecht als ein ihnen natürlich zukommendes Recht.

Hedwig Dohm, 1876

Die unmittelbaren, praktischen Folgen des Stimmrechts sind vielleicht nicht die wichtigsten. Die Hauptsache aber ist dies: die Gewährung des Stimmrechts ist der Schritt über den Rubikon. Erst mit dem Stimmrecht der Frauen beginnt die Agitation für jene großartigen Reformen, die das Ziel unserer Bestrebungen sind.

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Herrenrechte

Herrenrechte

Hedwig Dohm, 1896

Julius Duboc fällt in dem Aufsatz "Die äusserste Linke der Frauenbewegung" (in ZUKUNFT vom 15. Febr. 1896) ein abfälliges Urteil über die modernen Frauenbestrebungen. Ich möchte einiges darauf erwidern.

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Frauen mit kurzen Haaren...

Frauen mit kurzen Haaren...

Hedwig Dohm 1900 über antifeministische Klischees, kurze Haare und kurzen Verstand

Feindseligkeiten von absoluten Gegnerinnen der Frauenfrage dürften uns nicht Wunder nehmen.

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Der Muttertrieb

Der Muttertrieb

Hedwig Dohm, 1903

Die Gegner der modernen Frauenbewegung freilich sehen in der Mütterlichkeit des Weibes die Verbürgung der Rechte des Kindes. Daher ihre feindliche Haltung gegen die umstürzlerischen Weiber der Emanzipation, die, wie es scheint, nichts Geringeres planen als einen neuen bethlehemitischen geistigen Kindermord.

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Frauenverehrer & Antifeminismus

Frauenverehrer & Antifeminismus

Hedwig Dohm 1912 über Frauenverehrer wie Mulford, den Lieblingsautor von Eva Herman

Was ist Antifeminismus? Der passive oder aktive Widerstand gegen die Aufwärtsbewegung des weiblichen Geschlechts. Passiv ist er, wenn er nur in der Meinung, in einer Gefühls- und Glaubensrichtung besteht; aktiv, wenn Gefühl und Glauben sich in Taten umsetzen, mögen sie sich in Schriften, Vorträgen, Gesetzes- oder Polizeiverordnungen äußern.

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Der Hass der Geschlechter

Der Hass der Geschlechter

Hedwig Dohm, 1913

In allen antifeministischen Reden und Schriften wird unentwegt die Feindschaft zwischen Mann und Frau als ein charakteristisches Merkmal der Zeit, als eine Folge der Frauenbewegung denunziert. Jawohl, der Hexensabbat der Emanzipierten ist's, der mit seinen Theorien den Hass zwischen den Geschlechtern gesät hat.

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Artikel über Hedwig Dohm

Mehr Stolz, ihr Frauen!

Louis, Chantal (2006): Mehr Stolz, ihr Frauen! - In: EMMA, Nr. 5, S. 38 - 42, 44, 46 - 48 : EMMA-Lesesaal

Unsere Schwestern von gestern: Hedwig Dohm

Bookhagen, Renate (1977): Unsere Schwestern von gestern: Hedwig Dohm. - In: EMMA, Nr. 2, S. 54 - 55 : EMMA-Lesesaal

Hedwig Dohm: Nachruf von Lida Gustava Heymann

Hedwig Dohm: Nachruf von Lida Gustava Heymann

Hedwig Dohm
Lida Gustava Heymann, 1919

Hedwig Dohm ist am 15. Juni, 86 Jahre alt, in Berlin entschlafen. Für die, die ihr nahe standen, kam die Nachricht ihres Todes nicht unerwartet, denn sie wußten, daß Hedwig Dohm, mit großer Verehrung und treuer Liebe von ihren Kindern gepflegt, seit Jahresfrist darniederlag, nicht eigentlich schwer leidend, meistens im Halbschlummer nach innen gekehrt, nur selten voll den Dingen dieser Welt zugewandt.

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Helene Stöcker zum 80. Geburtstag von Hedwig Dohm

Helene Stöcker zum 80. Geburtstag von Hedwig Dohm

Hedwig Dohm
Helene Stöcker, 1913

Unserer ältesten Mitarbeiterin, unserem ältesten Mitgliede haben wir heute zu ihrem vor kurzem vollendeten 80. Lebensjahre Glück zu wünschen und zu danken.

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Unserer Ehrenpräsidentin!

Unserer Ehrenpräsidentin!

Anita Augspurg, 1913

Am 20. September feiert Hedwig Dohm, die Ehrenpräsidentin des Deutschen Verbandes für Frauenstimmrecht, die Vollendung ihres 80. Lebensjahres, die uns voranleuchtete auf dein Pfade zu Recht und Freiheit zu einer Zeit, da hinsichtlich des Frauenlebens noch Finsternis das deutsche Erdreich deckte.

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Gruss & Glückwunsch: an Hedwig Dohm zum 75. Geburtstage

Gruss & Glückwunsch: an Hedwig Dohm zum 75. Geburtstage

Minna Cauer, 1925

Wer das Glück und die Freude hat, HEDWIG DOHM persönlich zu kennen, dem tritt sofort die strahlende Jugendlichkeit und Lebendigkeit dieser eigenartigen Persönlichkeit entgegen: Sprudelnd in der Unterhaltung, scharf im Denken, fein im Fühlen, - alles das fesselt; eins aber begeistert - das überzeugungstreue, niemals wankende Eintreten für Recht und Gerechtigkeit.

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Literaturhinweise

Primärliteratur

Dohm, Hedwig (1872): Was die Pastoren von den Frauen denken. - In: Was die Pastoren denken. - Zürich : Ala-Verl., 1977, S. 9 - 96

Dohm, Hedwig (1873): Der Jesuitismus im Hausstande : ein Beitrag zur Frauenfrage. - Berlin : Wedekind & Schwieger, 227 S.

Dohm, Hedwig (1874): Die wissenschaftliche Emancipation der Frau. - Berlin : Wedekind & Schwieger, 49 S.

Dohm, Hedwig (1876): Der Frauen Natur und Recht : zur Frauenfrage ; zwei Abhandlungen über Eigenschaften und Stimmrecht der Frauen. - Berlin : Wedekind & Schwieger, 185 S.

Dohm, Hedwig (1899): Schicksale einer Seele : Roman. - [Nachdruck]. - München : Frauenoffensive, 1988, 335 S.

Dohm, Hedwig (1902): Die Antifeministen : ein Buch der Verteidigung. - [Nachdruck]. - Widmann, Arno [Hrsg.]. Frankfurt/M. : Verl. Arndtstraße, 1976, 167 S.

Dohm, Hedwig (1903): Die Mütter : Beitrag zur Erziehungsfrage. - Berlin : Fischer, 224 S.

Hedwig Dohm : ausgewählte Texte ; ein Lesebuch zum Jubiläum des 175. Geburtstages mit Essays und Feuilletons, Novellen und Dialogen, Aphorismen und Briefen (2006). - Müller, Nikola [Hrsg.] ; Rohner, Isabel [Hrsg.]. Berlin : Trafo-Verl., 317 S. 

Liste aller im FrauenMediaTurm vorhandenen Publikationen von Hedwig Dohm als Autorin oder Herausgeberin: PDF-Download

Sekundärliteratur

Rohner, Isabel (2003): „Mehr Stolz, ihr Frauen!“ : die zentralen Themen im essayistischen Werk von Hedwig Dohm und die Umsetzung in ihrer Romantrilogie „Schicksale einer Seele“, „Sibilla Dalmar“ und „Christa Ruland“. - Köln : Universität, 75 Bl.

Brandt, Heike (1989): „Die Menschenrechte haben kein Geschlecht“ : die Lebensgeschichte der Hedwig Dohm. - Weinheim : Beltz, 128 S.

Meißner, Julia (1987): Mehr Stolz, ihr Frauen! : Hedwig Dohm, eine Biographie. - Düsseldorf : Schwann-Bagel, 128 S.

Reed, Philippa (1987): „Alles, was ich schreibe steht im Dienste der Frauen.“ : zum essayistischen und funktionalen Werk Hedwig Dohms (1833-1919). - Frankfurt/M. : Lang, 336 S.

Liste aller im FrauenMediaTurm vorhandenen Publikationen, die Hedwig Dohm zum Thema haben (nach Jahr absteigend sortiert): PDF-Download

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