Berthe Morisot

Social Media Beitrag vom 14.01.2026: Link zum Instagram Beitrag

Sie war eine der Ersten. Paris, 1874. In Nadars Atelier hängen Werke von Monet, Degas und Pissarro – und daneben neun Bilder einer Frau. Heute wäre sie 185 Jahre alt geworden. 🎨

Als Gründungsmitglied der ImpressionistInnen stellte Berthe Morisot (1841-1895) mit nur 33 Jahren neben Monet und Degas aus und prägte fast alle Ausstellungen bis 1886. Aus wohlhabender Familie stammend, debütierte Morisot früh und heiratete 1874 Eugène Manet – ja, den Bruder Édouard Manets – ohne im Anschluss ihre Karriere der Ehe zu opfern. So schafft sie über 850 Werke, darunter Familienszenen und radikale Landschaften mit lockerem Strich.

Deutlich wird im Urteil der Öffentlichkeit über ihre Kunst aber auch die gesellschaftliche Doppelmoral: Kritiker nannten ihre freie Malerei „weibliche Zögerlichkeit“, während Monets Stil „mutig“ hieß; sie wurde als Manets Schülerin abgetan, obwohl sie ihn inspirierte und vor ihrer Ehe große Salonerfolge feierte. 1875 im Hôtel Drouot fiel der Hammer bei 480 Francs für ihr Gemälde „Interieur“ – der höchste Preis der gesamten Impressionisten-Auktion, höher als für alle Werke von Monet, Renoir oder Sisley.

In ihrem Ehemann hatte sie einen echten Verbündeten: Er organisierte Ausstellungen und kaufte Werke zurück. Der Rückkauf stabilisierte Preise, weil er signalisierte, dass ihre Kunst sammelwürdig und langfristig wertvoll war. Ihre Sujets malte sie aus explizit weiblicher Perspektive: Ammen-Szenen, Ankleiderituale oder Dienstmädchen stehen im Zentrum – sensibel, alltäglich, ohne erotische Klischees, stattdessen mit radikalem Strich. 

Trotz gesellschaftlicher Zwänge und ihrem recht frühen Tod 1895 mit 54 bleibt Morisot neben Mary Cassatt die bedeutendste Impressionistin. Die Wiege (1872, Musée d’Orsay) verkörpert ihren „weiblichen Blick“: Mutterschaft als moderne, emotionale Intimität. Ihr Œuvre fängt bürgerliches Frauenleben authentisch ein und festigt heute ihren Status als unabhängige Künstlerin.

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14.01.2026, Katharina Henze






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