Social Media Beitrag vom 22.02.2026: Link zum Instagram-Beitrag
Heute vor 150 Jahren wurde Zitkála-Ša (1876 – 1938), als Gertrude Simmons Bonnin im Yankton-Sioux-Reservat (heute South Dakota, USA) geboren. Sie war eine indigene Autorin, Musikerin und Aktivistin, die zu den zentralen Stimmen der frühen Frauen- und Bürgerrechtsbewegung in den USA gehört (Vgl. Cahill, 2020). 🪶✊

Zitkála-Ša wurde inmitten der sog. „Indianerpolitik“ geboren (s. Kachel 2). Als Kind in ein Missionsinternat verschleppt, erlebte sie Zwang, Haarabschneiden, Sprachverbote – Erfahrungen, die sie später literarisch verarbeitete. Die Schriftstellerin Zitkála-Ša ist in der Wissenschaft mittlerweile gut bekannt. Ein Aspekt, der allerdings lange übersehen wurde, ist ihr politisches Engagement, speziell ihr früher intersektionaler Aktivismus für die Rechte indigener Frauen:


Bereits als Schülerin trat sie 1896 in Earlham College für Gleichberechtigung ein: In ihrer Rede „Side by Side“ forderte sie indigene Frauen auf, Bildung zu nutzen, um mit Männern „Schulter an Schulter“ für #Selbstbestimmung zu kämpfen. In der Society of American Indians (SAI) engagierte Sie sich ab 1911 als Secretary/Editor für den Indian Citizenship Act (1924), also für Staatsbürgerliche Rechte, (Frauen-)Wahlrecht und Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.


Als Teil des „Red Progressive Movement“ (ca. 1920-1926) gründete sie 1926 die pan-indigene Organisation National Council of American Indians, dessen Vorsitz sie übernahm. Der Council stärkte indigene politische Teilhabe, inklusive Frauenperspektiven. Zitkála-Ša verschaffte diesen Anliegen außerdem in der General Federation of Women’s Clubs Gehör.




Zitkála-Šás Lebenswerk wird in aktueller Forschung als proto-intersektionaler Feminismus eingeordnet: Sie verknüpfte in ihrem Aktivismus Rassismus, Kolonialismus, Feminismus und indigene Souveränität (Vgl. Cahill, 2020; Hoefel 1997). Im gegenwärtigen Kontext von #MMIW (Missing and Murdered Indigenous Women), „Voter Suppression“, Landraub, und fehlender Bildungsungerechtigkeit ist Zitkála-Šás Perspektive relevanter denn je.

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22.02.2026, Katharina Henze