Social Media Beitrag vom 15.07.2026: Link zum Instagram-Beitrag

Schriftstellerin, Spionin, Feministin: Aphra Behn (1640-1689) lebte abenteuerlich, mutig und entgegen der Rolle, die für Frauen ihrer Zeit und ihres Standes vorgesehen war. Über ihre erste Lebenshälfte ist nur wenig bekannt, bspw. ist in der Forschung umstritten, ob sie als Ayfara Amis, Aphra Johnson oder Eaffrey Johnson geboren wurde. Was wir wissen: Ihr Ehemann, der holländische Sklavenhändler John Behn, starb vermutlich bereits 1665. Von da an konnte sie als junge Witwe ein ungebundenes Leben führen. Sie liebte Männer wie Frauen und ging zahlreiche Liebesaffären ein. Eine erneute Ehe lehnte sie ab. Da ihr Mann sie finanziell mittellos zurückgelassen hatte, musste sie sich allerdings ihren Lebensunterhalt von nun an selbst verdienen.


1667 spionierte sie deshalb im Auftrag der englischen Krone im englisch-niederländischen Seekrieg in Antwerpen. Unter dem Decknamen „Astrea“ sollte sie Informationen über die Pläne der Niederländer und die im Exil lebenden englischen Republikaner sammeln. Die überzeugte Royalistin erhoffte sich dadurch Anerkennung und einen Platz am Hof, um aus ihrer finanziellen Notlage zu entkommen – erfolglos.




Anschließend baute sie sich eine Karriere als Schriftstellerin auf. Heute gilt sie als erste öffentlich auftretende Berufsschriftstellerin Englands und spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des neuzeitlichen Romans. Außerdem verfasste sie erfolgreiche Theaterstücke und Lyrik. In einem satirischen, freizügigen und kritischen Schreibstil spezialisiert sie sich auf Komödien mit sexuellen Intrigen, unzüchtigen Dialogen und ehebrecherischen Abenteuern. Außerdem schrieb sie offen über Bisexualität. Damit brach sie mit dem damaligen Weiblichkeitsideal. In ihrem Roman Oroonoko kritisiert sie die Missstände in den englischen Kolonien, die sie aus eigener Anschauung kannte. Mit ihren Texten setzte sie für die Gleichberechtigung und das Recht auf freie Meinungsäußerung von Frauen ein. Zudem verteidigte sie auch ihre Kolleginnen in der Literatur- und Schauspiel-Branche immer wieder im Kampf gegen herabwürdigende Behandlung und offene Diskriminierung.

