Social Media Beitrag vom 30.07.2026
„Niemanden zurücklassen“ – unter diesem Motto steht seit 2014 jährlich der Internationale Tag gegen Menschenhandel am 30. Juli. Er erinnert daran, dass die internationale Ausbeutung von Menschen und besonders von Frauen und Mädchen kein Phänomen der Vergangenheit ist, sondern mitten unter uns stattfindet. Wo staatliche Strukturen oft an Grenzen stoßen, leisten feministische Netzwerke und Fachberatungsstellen seit Jahrzehnten die entscheidende Überlebenshilfe.

Ein Beispiel für diesen Kampf ist der Verein KARO e.V. (@karo_ev) aus Plauen, der sich seit 1994 im deutsch-tschechischen Grenzgebiet gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung einsetzt. Die Mitbegründerin Cathrin Schauer-Kelpin und ihr Team leisten seither akute Streetwork, betreiben ein Schutzhaus für Betroffene und bieten Wege aus der extremen Gewalt.
Im Rahmen unseres aktuellen DDF-Projekts (@ddfarchiv) mit dem Titel „Das verkaufte Geschlecht – Der feministische Kampf gegen das System Prostitution“ wurde vor Kurzem ein Bestand dieses Vereins aufgenommen, gesichert und für die Forschung zugänglich gemacht. Unter der Signatur K09-KAR beherbergt das Archiv ab sofort eine Sammlung, die die Pionierarbeit von KARO e.V. dokumentiert. Sie umfasst unter anderem eine dichte Pressesammlung mit Material aus verschiedenen Regionen, Flyer, Monografien, audio-visuellen Medien und Veranstaltungsunterlagen. 🗃️🗄️


Die Materialien dokumentieren den Prozess, das Thema der sexuellen Ausbeutung in Grenzregionen öffentlich sichtbar zu machen. Sie spiegeln den Kern des aktuellen DDF-Projekts wider: die historische Aufarbeitung und Sichtbarmachung feministischer Prostitutionskritik seit den 1970er Jahren.
Die im #FrauenMediaTurm verwahrten Quellen zeugen von den Gewalterfahrungen Betroffener und belegen zugleich den organisierten, zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen ausbeuterische Strukturen.
👉 Der neu erschlossene Bestand steht ab sofort für die wissenschaftliche Recherche im Lesesaal zur Verfügung.


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