Veranstaltung
Sexualpolitik und die kritische Auseinandersetzung mit Prostitution gehören seit jeher zu den zentralen Themen der Frauenbewegung. Prostitution berührt grundlegende Fragen von Geschlecht, Macht und Selbstbestimmung und wird deshalb bis heute äußerst kontrovers diskutiert. Wie sieht die Realität hinter dem Geschäft mit dem Sex aus? Was bedeutet Prostitution für die betroffenen Frauen? Und wie soll eine gleichberechtigte Gesellschaft mit ihr umgehen? Diesen Fragen widmet der FMT am Freitag, den 9. Oktober einen Abend der Auseinandersetzung mit dem Thema Prostitution. Im Mittelpunkt stehen Fotografien der Fotografin, Filmemacherin und Autorin Bettina Flitner aus ihrem neuen Buch „Prostitution. Freier, Frauen, Orte“. Über mehrere Jahrzehnte hat Flitner das Geschäft mit Sex in mehreren bedeutenden Fotoreportagen dokumentiert. Ihre Bilder dokumentieren Prostitution so, wie sie stattfindet: in Bordellen, auf der Straße und an anderen Orten – ungeschönt und aus unmittelbarer Nähe. Nach einer Einführung von Alice Schwarzer berichtet Bettina Flitner über die Entstehung ihrer Reportagen und die Erfahrungen, die sie bei ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit dem Thema gemacht hat.
Im anschließenden Gespräch kommen unterschiedliche Perspektiven auf das System Prostitution zusammen. Sabine Constabel (SISTERS e.V.) engagiert sich seit Jahrzehnten für die Rechte von Prostituierten und setzt sich kritisch mit den Strukturen des Prostitutionssystems auseinander. Liane Bissinger hat als Ärztin viele Jahre mit Frauen in der Prostitution zusammengearbeitet und wird über die gesundheitlichen Folgen des Systems für die Frauen sprechen. Vivien, die selbst in der Prostitution gearbeitet hat und ausgestiegen ist, kennt die Realität des Geschäfts aus eigener Erfahrung. Sie spricht darüber, warum der Einstieg meist leicht, der Ausstieg aber oft schwer ist und wie Digitalisierung und Internet diese Dynamik zusätzlich verschärft haben. So stehen mehr denn je Fragen von Selbstbestimmung und Ausbeutung zur Debatte: Was bedeutet es im Zeitalter des Internets für Frauen, wenn weibliche Körper mehr und mehr zur Ware werden? Und wie muss eine feministische Politik mit dieser Entwicklung umgehen? Moderiert wird die Diskussion von Chantal Louis (EMMA), die seit vielen Jahren zum Thema Prostitution recherchiert und schreibt.
Der Abend beginnt um 18 Uhr. Da die Plätze in unserem historischen Gewölbe begrenzt ist, bitten wir um vorherige Anmeldung über info@frauenmediaturm.de. Die Veranstaltung wird gefördert durch das Digitale Deutsche Frauenarchiv und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
