Social Media Beitrag vom 24.03.2026: Link zum Instagram-Beitrag
Der diesjährige Women’s History Month trägt das Motto „Leading the Change: Women Shaping a Sustainable Future“ und würdigt Frauen weltweit. Deshalb verlassen wir heute bewusst die europäische Perspektive: Luzia Margareth Rago, geboren 1948 in São Paulo, ist eine der führenden brasilianischen Historikerinnen für Frauen- und Geschlechtergeschichte. 📚💜

Seit den 1980er Jahren lehrt sie als Professorin an der Universidade Estadual de Campinas (UNICAMP) und bezieht sich speziell auf die Theorien franz. Dekonstruktivisten wie Foucault oder Derrida und leitet aus ihnen eine feministische Wissenschaftskritik ab (vgl. Rago 1998, S. 3). Ihr Werk beschäftigt mehrheitlich damit, wie Frauen während der Urbanisierung Brasiliens (São Paulo 1890–1930) Machtstrukturen herausforderten.


Rago forscht u.a. speziell zu Prostituierten, Arbeiterinnen und Anarchistinnen in städtischen Milieus ihrer Zeit. Sie untersucht ob und wie Polizei, Medizin und Moral diese Frauen kontrollierten. Dabei, so ihre These, formten sie selbst ihre eigene Sexualität und Subjektivität. Rago liest sie also als aktive Gestalterinnen – eine Perspektive, die darauf abzielt, den Kanon der brasilianischen Geschichtswissenschaft kritisch zu erweitern.


Ihr bekanntestes Werk „Die Freuden der Nacht: Prostitution und Codes der weiblichen Sexualität in São Paulo (1890–1930)” (Orig. “Os prazeres da noite“, 1991) analysiert Prostitution als Spiegel städtischer Modernisierung und gilt als Klassiker der feministischen Geschichtsschreibung in Lateinamerika.
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Rago beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit verschiedenen sozialen Gruppen, so z.B. auch Feministinnen der Diktaturzeit (1964–1985), die in Autobiografien („A aventura…“) für Abtreibungsrechte, gegen häusliche Gewalt kämpften und die erste Delegacia da Mulher (1985, Frauenpolizeistation) in São Paulo durchsetzten. Durch solche Analysen prägte sie Debatten über Geschlechtergewalt und Subjektivität.


💭 Über welche nicht-europäischen Historikerinnen würdet ihr gerne mehr wissen?
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24.03.2026, Katharina Henze