Social Media Beitrag vom 31.03.2026: Link zum Instagram-Beitrag
Heute am 31. März 1847 wurde in Salzburg Irma von Troll‑Borostyáni (1847–1912) geboren; Schriftstellerin, Journalistin und eine frühe theoretische Stimme der österreichischen Frauenbewegung. ✍️🏛️ Sie forderte, was hochgradig kontrovers war: Frauenwahlrecht, gleiche Bildungschancen, ökonomische Selbstständigkeit und Gleichberechtigung in der Ehe.

Mit ihrer programmatischen Schrift „Die Mission unseres Jahrhunderts“ (1878) formulierte sie erstmals ihre zentrale These: Prostitution verstand sie als ein Symptom der gesellschaftlichen Ungleichheit, verursacht durch Lohnungleichheit, Armut und eine patriarchale Doppelmoral.


Aus diesen Gedanken entwickelte sie ein umfassendes Reformprogramm, das sie in späteren Schriften wie „Gleichstellung der Geschlechter“ (1888), „Die Prostitution vor dem Gesetz“ (1893) und dem „Katechismus der Frauenbewegung“ (1903) weiter ausarbeitete: Bildung, wirtschaftliche Selbstständigkeit und politische Teilhabe sollten die Lösung sein. Ihr Appell: „Kämpft für Eure Rechte, für Eure Zukunft mit allen Waffen des Geistes und mit werktätiger Unterstützung Eurer Zwecke“ (BG.03.TROL-001, S. 231).




Troll‑Borostyáni stand im Austausch mit zentralen Akteurinnen der frühen Frauenbewegung wie Bertha von Suttner, Helene Stöcker und Rosa Mayreder und vertrat eine eigene, bürgerlich‑radikale Position zwischen Liberalismus und Frühfeminismus. Während sie Prostitution als gesellschaftlich bedingtes Phänomen analysierte, beruhte ihre abolitionistische Forderung nach deren sofortiger Abschaffung allerdings auf einem idealistischen Glauben an die „Überwindung“ sozialer Missstände durch Bildung und Moral.



🔍 Im FMT findet ihr ihre Schlüsselwerke sowie eine Autobiografie und Belletristik. Für Forschende und Neugierige gibt es weiteres Material im Salzburger Literaturarchiv (Sammlung HS 0885) im (Sammlung PA 506) und im Salzburg Museum (Teilnachlass HS 2542–2545).
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31.03.2026