Yayoi Kusama

Social Media Beitrag vom 13.05.2026

🖌️🔍 Aktuell läuft im Kölner Museum Ludwig eine große Ausstellung zu ihr: Die zeitgenössische japanische Künstlerin Yayoi Kusama (*1929) ist heute eine der erfolgreichsten lebenden Künstlerinnen weltweit.

Ihre Polka Dots, Kürbis-Skulpturen und „Infinity Mirror Rooms“ ziehen weltweit Millionen Menschen an. Doch hinter der poppigen Ästhetik verbirgt sich das Werk einer Künstlerin, die sich über Jahrzehnte gegen gesellschaftliche Zwänge, patriarchale Strukturen und den westlich dominierten Kunstmarkt behaupten musste.

Geboren 1929 in Matsumoto, Japan, wuchs Kusama in einer wohlhabenden, aber konservativen und dysfunktionalen Familie auf. Schon früh erlebte unter visuelle und auditive Halluzinationen – sie sah Netze und Punkte, die ihre Umgebung überwucherten. Das Malen wurde für sie zum Überlebensmechanismus, um diese Visionen zu bändigen. Nach einem kurzen Studium der traditionellen japanischen Malerei (Nihonga), deren starre Regeln sie ablehnte, zog sie 1958 nach New York.

In der New Yorker Avantgarde der 60er Jahre feierte sie mit ihren „Infinity Nets“ und „Soft Sculptures“ (mit Stoff-Phalli überzogene Möbel) erste Erfolge. Sie arbeitete im Umfeld von Andy Warhol und Donald Judd, doch während ihre männlichen Kollegen Weltruhm und finanzielle Sicherheit erlangten, blieb Kusama als migrantische Frau oft am Rand. 1973 kehrte sie nach Japan zurück und lebt seit 1977 auf eigenen Wunsch in einer psychiatrischen Klinik in Tokio, von wo aus sie täglich in ihrem Atelier arbeitet.

Lange Zeit wurde Kusamas Werk in der Kunstgeschichte primär durch die Brille der Psychologie betrachtet; als das Produkt einer „kranken Künstlerin“. Neuere feministische Analysen, wie zum Beispiel die Arbeit von Kunsthistorikerin Midori Yamamura (2015), fordern jedoch eine Abkehr von diesem pathologisierenden Narrativ. 👉 Mehr dazu auf den Kacheln!

Ab den 1980ern erlebte Kusama eine Renaissance. Im September 2017 eröffnete die Künstlerin ihr eigenes Museum in Tokyo. Die Eröffnungsausstellung trug den Titel “Creation Is a Solitary Pursuit, Love Is What Brings You Closer to Art”.


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13.05.2026





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