Social Media Beitrag 07.09.2026
Zum 27. Mal findet heute der Tag der jüdischen Kultur statt. Aus diesem Anlass blicken wir heute auf zwei Kölner Jüdinnen, die aktiv für Frauenrechte eintraten: Klara Caro (1886-1979) und Else Falk (1872-1956).

Klara Caro zog 1911 nach Köln. Dort trat sie dem Kölner Israelitischen Frauenverein (1807-1938) bei und gründete eine Kölner Ortsgruppe des jüdischen Frauenbundes, die sie bis 1938 leitete.




Sie trat für das Frauenwahlrecht in jüdischen Gemeinden ein und engagierte sich in der sozialen Fürsorge. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 unterstützen sie und ihr Mann anderen Jüdinnen und Juden dabei, Deutschland zu verlassen. Zudem organisierte sie nationale sowie internationale Hilfsnetzwerke. Das Ehepaar schlug mehrere Gelegenheiten aus, selbst zu fliehen, um niemanden im Stich zu lassen. 1942 meldeten sie sich deshalb sogar freiwillig zur Deportation nach Theresienstadt.
Im Jahr 1943 wurde ihr Sohn in Auschwitz-Birkenau ermordet, ihr Mann verstarb in Theresienstadt. Klara hingegen überlebte und wurde mit dem sogenannten „Zug in die Freiheit“ am 5. Februar 1945 gerettet. Ein Freikauf-Transport, bei dem 1.200 jüdische Häftlinge in die Schweiz gebracht wurden. Caro starb 28. September 1979 in New York.


Wie Caro kam Else Falk ebenfalls ehebedingt nach Köln. Dort angekommen engagierte sie sich für Betroffenen des Ersten Weltkriegs. Sie errichtete eine Kriegsblindenbibliothek sowie 1920 eine Kinderhausspeisung. Von 1919-1933 leitete sie als erste gewählte Vorsitzende den Stadtverband Kölner Frauenvereine, bis ihn die Nationalsozialisten durch die Gleichschaltung auflösten. Zudem war sie im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF, 1865-1933), des Rheinisch-Westfälischen Frauenverbands und 1934-1939 Vorsitz der Jüdischen Kunstgemeinschaft. 1939 floh sie mit ihrer Familie nach Belgien, später nach Brasilien, wo Falk 1956 in Sao Paulo starb.

Auf Initiative vom Arbeitskreis Kölner Frauenvereinigungen @akf.koeln vergibt die @stadt.köln seit 2020 den Else-Falk-Preis für außerordentliche Leistungen im Bereich Gleichstellung der Geschlechter.
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07.09.2026