Social Media Beitrag vom 25.05.2024: Link zum Instagram-Beitrag
Vor 40 Jahren erschien die feministische Zeitung „Courage“ zum letzten Mal. Acht Jahre Debatten der Neuen Frauenbewegung bildeten die Redakteurinnen auf ihren Seiten ab. Die meisten Hefte hatten einen Themenschwerpunkt und sie beleuchteten aktuelle Debatten der Frauenbewegung. Außerdem gab es Infos zu feministischen Filmen, Büchern, wichtigen Terminen, Organisationen, Zentren etc.
Entstanden war die Courage aus der Arbeitsgruppe „Zeitung“ des Berliner Frauenzentrums. Zu den Gründerinnen gehörten Barbara Duden, Sybille Plogstedt und ihre damalige Lebensgefährtin Sabine Zurmühl. Anfangs startete das ca. 10-köpfige Redaktionsteam mit einer Auflage von 5000 Exemplaren, die in den nächsten Jahren auf 70.000 Stück wuchs. Die Courage war ein Gegenentwurf zu traditionellen Frauenzeitschriften und sollte als Sprachrohr der Neuen Frauenbewegung agieren und informieren.
Nicht nur auf den Zeitungsseiten sorgten die Dauerbrenner-Themen der Frauenbewegung für Zündstoff. Auch in der Redaktion knallte es hin und wieder ordentlich, beispielsweise zum Lesben-Hetera-Konflikt, weswegen manche Frauen ins Team der Lesbenpresse wechselten (mehr zu dieser Zeitschrift im @ddf_archiv Portrait von unserer Haushistorikerin Berit Schallner ;)).
Trotz des Riesenerfolgs oder vielleicht auch gerade deswegen ging die Zeit der Courage zu Ende. Zurmühl schreibt dazu: „Daß sich bestimmte Themen gesellschaftlich etablieren, ist ein Ergebnis der Frauenbewegung und war auch unser politisches Ziel. Doch in dem Ausmaß, in dem die Themen auch anderswo etabliert wurden, kamen wir ins Hintertreffen. Die Courage war an einem Scheideweg angelangt, an dem man sie hätte professionalisieren müssen. Die Zeiten einer blühenden Alternativkultur, in denen du mit einer Farbe auf bescheidenem Papier eine Zeitung machen und deine Überschriften per Hand hineinschreiben konntest, waren vorbei. (…) Auch die Aufbauphase, in der du dich auspowerst, war zu Ende.“ (Klaus, Elisabeth et. al. Zum Umbruch, Schätzchen, S. 65).
Mehr über die Courage in dem @ddfarchiv-Beitrag „Die Zeitschrift Courage“ (Friederike Mehl, Alice Salomon Archiv) oder auch in der Courage selbst bei uns im Turm oder online bei @fesonline