Social Media Beitrag vom 08.04.2026: Link zum Instagram-Beitrag
„I have ploughed and planted and gathered into barns – and no man could head me!“ Mit diesem Satz konfrontierte Sojourner Truth (1797–1883) auf einem frühen Frauenrechtskongress die weiße Frauenrechtsbewegung und machte auf die Ausgrenzung und Unterdrückung Schwarzer Frauen aufmerksam. 🔥✊🏾

Truth, Ikone der Schwarzen Frauenbewegung, wurde als „Isabella“ in die Sklaverei geboren. Sie erfuhr Verkäufe, Gewalt und Familientrennungen. Nach ihrer Flucht aus der Sklaverei (1826) und der gesetzlichen Emanzipation nahm sie 1843 den Namen Sojourner Truth an und zog als religiöse Predigerin, Abolitionistin und Frauenrechtlerin durch die USA.


Als sie 1851 auf der Ohio Women’s Rights Convention sprach, traf sie auf eine Frauenbewegung, die vor allem von weißen bürgerlichen Frauen geprägt war. Truth konfrontierte das Publikum mit der Realität Schwarzer Frauen: schwere Feldarbeit, Hunger, Prügel, fehlende Bildung, keine Kontrolle über den eigenen Körper. Sie erinnerte daran, dass sie zahlreiche Kinder geboren hatte, „most all sold off to slavery“ – während (bürgerlich) weiße Mutterschaft idealisiert und geschützt werde.
In dieser uns überlieferten Version der Rede*, zerlegte Truth mit der Frage, ob sie denn nicht auch eine Frau sei, die Ritterlichkeits-Ideologie ihrer Zeit: Wenn eine Schwarze Frau dieselbe schwere körperliche Arbeit verrichtet, wie Männer, Hunger und Gewalt erträgt und dennoch nicht als schutzwürdige „Frau“ anerkannt wird, stelle dies – so ihre Argumentation – den herrschenden Frauenbegriff grundsätzlich in Frage. 👉 Mehr hierzu auf den Kacheln.



Auftritt wie Inhalt ihrer Rede – Argumentation, körperliche Präsenz, freies Sprechen, religiöse Rhetorik – begründete ihren Ruf als charismatische Rednerin und Intellektuelle. Gleichzeitig zeigt die Überlieferungsgeschichte, wie die Rede überschrieben wurde:
*Die heute berühmte Version mit dem Refrain „Ain’t I a woman?“ entstand erst Jahrzehnte später, als die weiße Aktivistin Frances Dana Gage den Text in einen stereotypisierten „Schwarzen Dialekt“ uminterpretierte.



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08.04.2026