Social Media Beitrag vom 21.08.2024: Link zum Instagram-Beitrag
Heute vor 140 Jahren verstarb Ottilie Assing – ihr Leben war vom Schreiben und ihrem Einsatz in der US-amerikanischen Antisklavereibewegung geprägt (11.02.1819 – 21.08.1884). Geboren in Hamburg als Nichte Rahel Varnhagens und Schwester von Ludmilla Assing, wuchs sie in einem literarischen und politischen Umfeld auf.

1843 verließ sie nach einem Streit mit ihrem Onkel Karl August Varnhagen und einem missglückten Suizidversuch Berlin und zog nach Dresden. Später kehrte sie nach Hamburg zurück, wo sie den Schauspieler Jean Baptist Baison förderte, anonym seine Biographie veröffentlichte und als Erzieherin im Hause Baison arbeitete. Nach dem Bankrott des Theaters verlor sie ihr investiertes Vermögen und wanderte 1852 in die USA aus.
In den USA war Assing als Journalistin tätig und schrieb als Korrespondentin für verschiedene Deutsche Periodika über die amerikanische Justiz, Theaterproduktionen und ab 1854 über die Anti-Sklaverei-Bewegung. Durch ihre Arbeit für „The Liberator“ lernte sie den entflohenen Sklaven und Abolitionisten Frederick Douglass kennen und übersetze seine Memoiren später ins Deutsche. Der Briefwechsel mit ihrer Schwester lässt außerdem vermuten, dass Douglass und Assing eine Liebesbeziehung führten, die mehr als zwanzig Jahre andauerte.
1876 besuchte Ottilie ihre Schwester in Florenz und reiste später alleine durch Deutschland und Italien. In ihren letzten Jahren schrieb sie als Korrespondentin für die „Süddeutsche Post“.
1884 erhielt Ottilie eine Brustkrebsdiagnose und nahm sich daraufhin das Leben. Frederick Douglass sorgte für ihre Beisetzung. Ihr Vermögen hinterließ sie der „American Society for the Prevention of Cruelty to Animals“, und Douglass erhielt die Zinsen des Kapitals für seine Verdienste in der Abschaffung der Sklaverei. Ihre Papiere und ihr Nachlass wurden auf ihre Anordnung hin vernichtet – auch deshalb ist Ottilie Assing heute kaum mehr bekannt.