Frauenumweltinitiativen der 1980er

Social Media Beitrag vom 06.06.2026: Link zum Instagram-Beitrag

Weiter geht es mit unserem Blick ins Archiv zum gestrigen Weltumwelttag! 🌏 🌱 Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 erlebte die Anti-Atom-Bewegung einen neuen Schub.

Die Katastrophe, vor der Anti-AKW-Initiativen immer gewarnt hatten, war eingetreten. Zusätzlich lösten unklare und teils widersprüchliche Informationen über radioaktive Belastungen große Verunsicherung und zahlreiche Proteste sowie Neugründungen von Initiativen aus.

Eine zentrale Rolle dabei spielten Frauengruppen, insb. Mütterinitiativen, die vor allem mit der Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder argumentierten. Im Fokus standen Fragen nach der Sicherheit von Lebensmitteln, Spielplätzen und dem alltäglichen Umgang mit einer kontaminierten Lebensumgebung, in der der Aufenthalt draußen zur Gefahr wurde.

Zu ihnen gehörten die „Mütter gegen Atomkraft“ (MgA), die sich im Juni 1986 in München gründeten und zeitweise rund 1.100 Mitglieder zählten. Ihr Ziel war der Atomausstieg. Hervorgegangen war die Gruppe aus einer Initiative aus Starnberg, die am 12. Mai 1986 zu einer symbolischen Aktion auf dem Münchner Marienplatz aufgerufen hatte: Muttertagssträuße wurden in Form des Strahlenzeichens ausgelegt. 💐☢️

Auf den Kacheln findet ihr einige Archivalien über diese und weitere Aktionen.

In den 1980er-Jahren rückten Frauen-Umweltbewegungen auch neue Fortpflanzungstechnologien in den Blick, etwa künstliche Befruchtung und Pränataldiagnostik. Kritisiert wurde, dass solche Verfahren den weiblichen Körper stärker zum Gegenstand medizinischer und technischer Kontrolle machen konnten. Gleichzeitig verband sich der Widerstand gegen Atomenergie mit einer grundsätzlichen Kritik an einer Industriegesellschaft und ihrem Wachstumswahn, die Natur als bloße Ware behandelt und Ausbeutung normalisiert. 

Eine wichtige publizistische Stimme des Ökofeminismus in Deutschland war Maria Mies (1931–2023). Gemeinsam mit Vandana Shiva entwickelte sie eine einflussreiche Kritik an kapitalistischer Globalisierung. Dabei machten beide deutlich, wie eng die Ausbeutung von Natur, Frauen und Ländern des Globalen Südens miteinander verbunden ist (Vgl. FE.03.005-1995).

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06.06.2026






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